Granit»Produktion»Spur der Steine 

Spur der Steine oder.. Wie alles begann

Die erdgeschichtliche Entstehung der Natursteine

Das Weltall ist vor etwa 10 - 20 Milliarden Jahren durch Zentralexplosion entstanden. Die Erde entstand vor etwa 4,6 Milliarden Jahren aus kosmischem Staub durch zunehmende Verdichtung.

Präkambrium (Urzeit, Frühzeit)

Von der Entstehung der Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren bis vor 550 Millionen Jahren. Die Natur erschafft Urkontinente und die ersten Lebewesen sind Algen und Korallen. Sedimentgestein und Metamorphiten entstehen.

 

  • Querschnitt unserer Erde
  • Sedimentgesteine
  • Gesteinsschichten

Entstehung von Tiefengestein und Umwandlungsgestein

Tiefengesteine/Plutonite → Granit: benannt nach dem griech. Gott der Unterwelt. Entstanden in einem Zeitraum von mehreren Millionen Jahren durch das Aufsteigen von Magma aus dem Erdinneren in die Erdkruste und dem langsamen Abkühlen und Erstarren in großer Tiefe und unter großem Druck innerhalb der Erdkruste.

Granit als bedeutendes Tiefengestein

Granit (von lat. granum = Korn) ist das häufigste und technisch wichtigste Tiefengestein. Das Aussehen aber auch die Beanspruchbarkeit des Granits sind abhängig von Korngröße und Gefügestruktur. Die Hauptbestandteile des Granits benannte uns bereits Geheimrat J. W. v. Goethe: "Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess´ ich nimmer …"

Feldspat: ist verantwortlich für die Farbe der Granitart

Quarz: Granit hat den höchsten Quarzanteil (bis 80 %) aller Steine. Quarz bewirkt den extrem hohen Härtegrad von 6-7 des Granits (Stahl hat Härte von 5)

Glimmer: dunkel, tritt meist als Biotit auf, beeinflusst die Witterungsanfälligkeit des Granits

Metamorphe Gesteine/Umwandlungsgesteine

Diese Steine sind das Ergebnis einer Umwandlung vorhandener Gesteine. Durch Absenkung ganzer Formationen in die Tiefe, große Hitze und hohen Druck vollzieht sich über Jahrmillionen diese Metamorphose nach der die Gesteine hinsichtlich Aussehen und technischen Eigenschaften keine Verwandschaft mehr mit dem Ausgangsgestein aufweisen. Besonders auffällig ist die typische Schichtung oder Bänderung metamorpher Gesteine.

Bedeutende Metamorphite

Quarzit: entstanden aus Sandstein, Bsp: Azul Macaubas aus Brasilien durch die blauen Silikateinschlüsse eines der schönsten Materialien der Welt

Paragneis: entstanden aus Ton, Bsp: Incas Gold aus Indien besticht durch wunderschöne rötlichbraune-elfenbein bis hellgraue Färbung mit leicht blauschwarzem Stich

Orthogneis: entstanden aus Granit, Bsp: Juparana aus Brasilien oder Solarium aus Brasilien

Migmatit: Mischung zweier Gesteinstypen, (Orthogneis und Paragneis), Bsp: Paradiso und Shivakashi aus Indien zeichnen sich durch wechselnd farbliche in Lagen Texturierungen aus (violett-schwarz gegen rötlich bzw. wechselnd hell- bis elfenbeinfarben-gelblich gegen braunrötlich)

Naturstein-Abbaumethoden

Die Abbaumethode des Natursteins ist abhängig von der Geländebeschaffenheit und der Lagerung des Gesteins. Der Granit bildet massige, vertikal und horizontal verlaufende Klüfte. Die Sorgfalt beim Abbau hängt vom Wert des Gesteins ab. Eine Vielzahl der Steinbrüche ist in Terrassenform aufgebaut. Die Terrassen sind von vorn und oben zugänglich.

Abbauverfahren

Abspaltung: Federkeile werden in Bohrlöcher eingetrieben - antiquierte Methode. Zunehmend werden hydraulische Anlagen mit einer Spaltkraft von 2000 kN (entspricht 2000 Tonnen) eingesetzt.

Sprengung: In der Terrasse werden in einer Tiefe von ca. 8m und einer Breite von ca. 40 m Bohrlöcher gestetzt. Diese Bohrlöcher werden mit Sprengstoff gefüllt. Durch die Sprengung wird dann aus dem Fels ein 40 m breites und 8 m hohes Felsstück herausgelöst. Dieser Riesenquader zerbricht bei der Sprengung in mehrere große Elemente. Die Felsstücke werden nun in formgerechte und transportabele Blöcke zerteilt.

Diamantseilsäge: Beim Abbau mit der Diamantseilsäge wird der Steinbruch auch in Terrassenform angelegt. Ein Stahlseil, besetzt mit Diamantperlen, schneidet Felsstücke aus dem Bergmassiv. Das Seil wird über Bohrungen eingefädelt und schneidet dann mit Wasserkühlung den Naturstein. Diese werden dann wieder in Blöcke zerteilt. Diamant-Seilsägen sind das bevorzugte Werkzeug beim Abbau von harten Natursteinen. Die wesentlichen Vorzüge liegen in der Schonung der Umwelt und hohen Abbauraten.

Brennstrahltechnik: Die den USA entwickelte Technik ermöglicht durch eine sehr heiße Flamme, die mit hoher Geschwindigkeit auf das Gestein trifft, große Blöcke mit geringem Materialverlust herauszuarbeiten. Die Blöcke können anschließend mit Hilfe der Schieß- oder Keilspaltung auf die gewünschte Größe gebracht werden.

 

  • Granitabbau
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Der Weg vom Block zur polierten Unmaßplatte

Vorbereitung: Zuerst werden die Blöcke auf Blockwagen gehoben. In diesem Blockwagen werden die Blöcke einbetoniert, um Standfestigkeit beim Gattern zu gewährleisten. Dabei muß man beachten, ob die Schnittrichtung am Block angegeben ist. Meist wird die Schnittrichtung schon im Steinbruch gekennzeichnet, denn sie bestimmt die Textur der Platte. Bevor mit dem Gattern begonnen werden kann, müssen unförmige Blöcke („Boulder") formatiert werden. Die Kruste (äußere, unebene Schicht) wird abgetrennt, damit der Block in das Gatter passt. Dieser Vorgang wird mit einer Seil- oder Diamantperlenseilsäge (Metallseil mit Diamantsplittern besetzt) realisiert. Je nach Härte des Materials schafft die Säge ca. 1 qm/h.

Gattern: Gattern ist der Fachausdruck für die Aufteilung der Granitrohblöcke in viele einzelne Platten mittels einer Spezialsäge mit mehreren Sägeblättern. Nachdem der Block in eines der 6 Jumbogatter geschoben wurde, wird er durch Stahlspannsägen bearbeitet. Der Abstand der Sägeblätter werden je nach gewünschter Plattenstärke von 1 - 6 cm eingestellt. In unserem Fall beträgt der Abstand der Sägeblätter ca. 2 cm. Der Schnitt der Sägeblätter ist 9 mm breit, obwohl die Sägeblätter nur 5 mm breit sind.

Von oben wird ein Gemisch aus Wasser, Kalk und Stahlsand hinzugefügt. Durch die Reibung des Stahlsandgemisches mit dem Stein und den Sägeblättern, werden links und rechts 2 mm abgerieben. Der Sägeschnitt ist also 9 mm breit. Der genutzte Stahlsand ist gehärteter Stahl mit einem Durchmesser von 2 mm. Für einen kompletten Block benötigt man 1,5 t Stahlsand, der nur einmal genutzt werden kann. Das Gattern eines Rohblockes dauert je nach Materialhärte und Größe 4 - 10 Tage!

Flammen/Bürsten: Die zuvor gereinigten und getrockneten Platten werden im Brennofen mit einem Brenner aus Flüssiggas und Sauerstoff-Flamme 20 - 25 Minuten bearbeitet. Beim Flammen (edelgeflammt ca. 1.200°C) zerplatzen die Quarzanteile im Stein – dabei entsteht eine rauhe Oberfläche. Nach dem Flammen wird die Oberfläche mit diamantstaubbesetzten Nylonbürsten bearbeitet.

Polieren: Die gegatterte Platte kommt auf ein Fliesband aus Gummi. Mit Sensoren wird die Plattenstärke und Kontur der Platte elektronisch gemessen und erfasst. Aufgrund der Daten passen sich die Schleifsegmente während des nun beginnenden Schleifvorgangs automatisch der Platte an. Zuerst wird die Platte mit diamantbesetzten Schleifsegmenten bearbeitet. Es wird in mehreren Schritten poliert. Die ersten Schleifköpfe sind noch sehr grobkörnig, um starke Unebenheiten zu beseitigen. Die folgend eingesetzten Schleifsegmente werden immer feiner in der Körnung. Während der letzten drei Schleifvorgänge werden Poliersteine eingesetzt. Nachdem die Platte ca. 20 - 30 Minuten poliert wurde, wird sie am Ende des Fließbandes mit Wasser und einer Bürste gereinigt. Danach wird die Platte unter einem Gebläse getrocknet.

Kalibrieren: Die polierte Platte wird wieder auf ein Förderband gelegt, das in der Geschwindigkeit verstellbar ist. Nun wird die Rückseite der Platte geebnet und endgültig auf ein Maß von 2 cm gebracht. Höhenverstellbare Diamantwalzen bearbeiten die Platte. Es werden auch hier Walzen mit unterschiedlicher Körnung eingesetzt. Die letzten Walzen sind sehr weich, um Unebenheiten zu beseitigen, die man mit bloßem Auge gar nicht mehr sehen würde. Im Anschluß wird die Platte ein letztes Mal mit klarem Wasser gesäubert und mit dem Gummiwischer abgezogen, bevor sie in das Unmaßplattenlager transportiert wird.

Glanzfaktor: Nach der Oberflächenbearbeitung wird der „Glanzfaktor" mit einem speziellen Messgerät ermittelt. Dabei wird die Reflektion des Lichtes im Stein mit einem Wert belegt. Dunkle Steine haben einen höheren Glanzfaktor (75 - 95) als helle Natursteine, da die Zusammensetzung der Kristalle und der Quarzanteil Wirkung zeigen. Steine mit grober Körnung, brechen Licht anders als fein gekörnte und haben somit einen niedrigen Glanzfaktor.

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